Der marode Kirchturm unserer Stadtpfarrkirche
Wuchtig steht unsere Stadtpfarrkirche über Zwiesel als stadtbildprägendes Wahrzeichen.
Scheinbar unzerstörbar.
Aber leider nur scheinbar!
Der Architekt Johann Baptist Schott hat in den 1890er Jahren mit dem Kirchturm einen Modegag umgesetzt:
Kein gscheits Dach, nur eine Verklinkerung als Regenschutz. Eine offene Galerie, Granitgesimse, die so konstruiert sind, dass sie dauerhaft kein Wasser abhalten.
Auf dieser Seite möchte ich den Zwieslern bewusst machen, dass dringendst Lösungen gesucht werden müssen, damit nicht irgendwann in den nächsten Jahrzehnten besonders der Turmhelm abknickt.
Die Dauerfeuchte, die mit jedem Regenguss neue Nahrung bekommt, vermodert Holz, verrostet Metall, der Winterfrost zerbröselt nach und nach Mauersteine und Mörtel. Elektrizität, Glockenläutwerk und Orgel nehmen Schaden.
Mit sehr teuren Ausbesserungen versuchen Diözese und Stadtpfarrei dem ständig entgegenzuarbeiten.
- Eine Sisyphosarbeit, die letztlich ohne Erfolg bleiben wird.
Was könnten wir da machen?
Fotos, hauptsächlich aus den letzten zwei Jahren, sollen das zeigen:
Auf 60 m Höhe über dem Kirchenboden -
Aktuelles Foto vom Turmhelm/Turmspitz innen nach Regen mit angerosteten Schienen, die den Turm zusammenhalten sollen
Auf 70 m Höhe -
Diese durchgerostete Schiene wurde bereits erneuert
Hier ein ausgetauschtes Schienenstück
Auf 50 m Höhe -
Gutgemeinter Innenputz lässt die Ziegel innen nicht mehr atmen.
Er staut das Wasser und friert Putz mitsamt Ziegelteilen weg

Putz- und Ziegelstücke, die in den letzten Jahren heruntergefallen sind.
Das Wasser rinnt durch den blechernen Bodendeckel und durch die Schienen-Kappendecke ab

Tür zur Außengalerie - nach Regenfall

Turmhelm außen
Vogelkot lässt Flechten, Moos, Birken, Hollunder… wachsen, frisst sich in die Verfugungen und beschleunigt die Wasser- und Frostfolgen
Wenn man das Moos wegzupft:
Erste Mörtel- und Ziegelstücke fallen schon wieder raus und Wasser rinnt hinein
Galerierundgang an Wasserspeier. Rechts die Wand vom Turmhelm. Dort entferne ich regelmäßig Birken usw.

Unter der Galerie blühen Saliter und Kalk aus der Verklinkerung.
Oben ist ein Wasserspeier zu sehen.

Wasser von innen sprengt Klinker

Klinkerverkleidung von ca. 1986 glänzend rechts oben.
Unter mittlerem Granitstein neue Steine und Ziegelersatzmörtel von ca. 2010
Darunter aktuelle Abplatzungen an Ziegeln aus der Bauzeit 1890er Jahre:
Wird nur seitlich verdämmt, sucht sich das Wasser einen neuen Weg und Winterfrost lässt abplatzen!
Innen rechts befindet sich hier die Sebastianikapelle

Wasser von außen drückt seitlich in die Sebastianikapelle

Halb aus der Wand stehendes Treppenhaus mit Granitdach

Dieses Treppenhaus, dieses Dach von innen/unten "ausgetrocknet"

40 m über Kirchenboden:
Wasser rinnt über die Pummerin/St. Gunther und die anderen Glocken nach unten
25 m
Dachstuhl Langhaus – Wasser dringt durch die Turmwand ins Nebenbauwerk
20 m
Das Wasser rinnt nach unten
Die waagrechten hellen Querstreifen auf den Bodenbrettern sind von den Tropfen der Tragbalken darüber aus 30 m Höhe
Der 20 m-Boden und die Turmwand von unten
10 m über dem Kirchenboden
Aufgequollene und angeschimmelte Decke über dem Blasbalg der Orgel im Turm
Dieser Motor bläst den Blasbalg der Orgel auf. Auch da tropft Wasser drauf
So tropft das Wasser von der Abdeckung über dem Orgelblasbalg

10 m Höhe - Wasser drückt durch Gesimse und bleiverglaste Fenster
Die Bodennässe ist vom Turmhelm nach unten getropft/geronnen

20 m über Kirchturmboden
Granitgesims. Stein wurde von Birke verschoben
Lt. Statiker aber noch kein Problem.
Wurde vor etwa 10 Jahren neu verfugt. Wasser rinnt schon wieder rein und Frost schiebt.
Wann sind die ersten Birken wieder da?
Hauptportal Erdgeschoss
Das Bewusstsein für die Situation unserer Kirche reicht aber nicht. Ich bin dankbar für Ideen und Aufgeschlossenheit.
Eigentlich sollte man den Turm mit Kupfer einschlagen. Er braucht ein richtiges Dach. Aber das wär dann nicht mehr unsere Kirche, unser Wahrzeichen und Identifikationsbauwerk. Die könnte dann überall stehen. Da dreht sich mir Alles um!? Wie solls weiter gehen?...
Noch sind die Schäden nicht zerstörerisch. Können die Teile austrocknen, ist alles in Ordnung. Dann großes Saubermachen, Ausbesserungen, normaler Erhalt und wir können wieder den sorgenfreien Blick von der Galerie über unser Zwiesel genießen.
Jesus übergibt dem Petrus die Kirchenschlüssel, er vertraut ihm sein Lebenswerk an.
Können wir Zwiesler erhalten, was unsere Großeltern-, unsere Urgroßeltergeneration gebaut hat?
Spende vom Darlehens- und Kassenverein Zwiesel - heute VR-GenoBank
1890 - Zwiesel ohne Kirche - die alte ist weg, die neue ist noch nicht gebaut.
Wollen wir dahin zurück?:





